The british
Afternoon Tea

Alles begann in den 1800er Jahren, als Anna, die 7. Herzogin von Bedford, die damals eine enge Freundin von Queen Victoria und eine prominente Figur in der Londoner Gesellschaft war, sich über „das sinkende Gefühl“ am späten Nachmittag beschwerte. Sie wollte eine Kleinigkeit, um ihren Hunger zu befriedigen, nichts zu großes, nur etwas, um bis zum Abendessen durchzuhalten.
Von diesem Wunsch wurde das „Afternoon Tea“ Ritual geboren. Allerdings war es damals traditionell nur ein kleiner Bissen, nicht die große Tafel, die es jetzt manchmal ist.

Zum „Afternoon Tea“ gehören traditionell:

  • Eine Auswahl von frisch zubereiteten Sandwiches, die so klein geschnitten sind, dass sie mit den Fingern genommen und in 2 Bissen gegessen werden können. Deshalb nennt man sie auch „fingers“.
  • Warme Scones mit fetter Sahne (Clotted Cream) und Marmelade (vorzugsweise Erdbeer)
  • Eine Vielzahl von hausgemachten Kuchen und Gebäck
  • Und eine Reihe von Tees

Interessanterweise waren Scones kein Bestandteil des frühen „Afternoon Tea“ und wurden erst im zwanzigsten Jahrhundert eingeführt.

Scones können am ehesten noch mit Mürbeteigbrötchen mit oder auch ohne Rosinen beschrieben werden. Leicht warm schmecken sie traumhaft. „Clotted Cream“ gibt es in Deutschland nur schwer zu kaufen. Es ist so eine Stufe zwischen Sahne und Butter. Ziemlich fett. Aber – sorry – der „Afternoon Tea“ ist nicht zum Abnehmen gedacht. 😉

Bei der Wahl der Sandwiches gibt es keine feste Regel, aber traditionell gehören folgende Sorten dazu:

  • Cucumber -> Salatgurke
  • Egg Mayonnaise with Cress -> Eier mit Mayonnaise und Kresse
  • Smoked Salmon -> geräucherter Lachs
  • Coronation Chicken -> Hähnchen mit Curry
  • Ham and Cheese -> Schinken und Käse
  • ….

 

Im Gegensatz zum „Afternoon Tea“ besteht der „Cream Tea“, von dem der eine oder die andere von Euch vielleicht schon mal gehört hat, nur aus Scones, Clotted Cream, Marmelade und einer Kanne Tee. Das wird in Cornwall an jeder Ecke angeboten, und wer mal dort sein sollte … das müsst Ihr da probieren.

Zum Tee selbst, der dem ganzen Event den Namen gegeben hat, wurden ganze Bücher geschrieben.

Und so kann die Palette der Tees im Angebot von einem halben Dutzend bis über hundert variieren, darunter einige sehr seltene und obskure.

Einige der üblichen Tees im Angebot in England sind die folgenden:

  • Assam
    Ein starker, vollmundiger Tee aus Indien, der einen unverwechselbaren, malzigen Geschmack hat.
  • Darjeeling
    Ein aromatischer und herber Tee aus Indien mit einem Hauch von Mandeln und Wildblumen.
  • Earl Grey
    Eine Mischung aus schwarzen Tees, die nach Öl von Bergamotte duftet, benannt nach Charles, 2. Earl Grey, der Britischer Premierminister von 1830 bis 1834 war.
  • Lapsang Souchong
    Ein chinesischer Tee, der über rauchende Kiefernnadeln gefeuert wird, und der dadurch einen auffallenden rauchigen Geruch und Geschmack hervorbringt.

Ich muss zugeben, wir trinken am Liebsten einen „English Breakfast Tea“ und bieten diesen unseren – überwiegend deutschen Kaffee gewohnten – Gästen üblicherweise auch an. Er scheint immer sehr zu munden. Aber … psst …. keinem Engländer verraten, denn „Breakfast“ ist morgens und nix „Afternoon“ 😉.